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Es ist eine nervenaufreibende Zeit – die Suche nach dem perfekten Ausbildungsplatz. Und bis heute kann ich mich gut an jedes noch so kleine Detail erinnern. Daran, wie ich meine Bewerbungen geschrieben, eingetütet und schließlich versandt habe. Dann begann das große Warten. Auf einen Anruf, einen Brief, eine Mail. Irgendein Signal – am besten natürlich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Damals dachte ich: Das hört nie auf, diese Ungewissheit. Und dann, eines Tages, war sie da. Die Zusage. Ein unbeschreiblicher Augenblick – totale Freude überkam mich und ich fieberte dem ersten Arbeitstag entgegen. 🙂

Was soll ich sagen? Im Rückblick war er großartig. Alles war neu, spannend und die meisten Kollegen sehr nett. Doch nach und nach stellte sich heraus, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Es gab Komplikationen – ich musste zum Teil Aufgaben erledigen, die aus meiner Sicht nicht zur Ausbildung gehörten. Das schlug mir ziemlich auf den Magen. Ich begann zu überlegen, wie ich da rauskommen könnte. Aber mit dem Kündigungsgedanken entstanden auch Zweifel: Was ist, wenn ich mit nichts dastehe nach der Kündigung? Kann ich meine Kollegen im Stich lassen? Was ist wohl das Beste für mich?

Ich überlegte mir Alternativen. Wie könnte es nach einer Kündigung weitergehen. Da ich das BK I (Berufskolleg) gemacht habe, hätte ich das Gespräch mit dem Schulleiter suchen können,  um noch ins BK II einzusteigen. Ich hätte mich auch einfach weiter in meinem Beruf bewerben und nach freien Lehrstellen Ausschau halten können. Oder aber ich ging zur Agentur für Arbeit, um mir von Berufsberatern helfen zu lassen.

Schließlich nahm ich all meinen Mut zusammen und ging tatsächlich zur Arbeitsagentur. Dort empfahl man mir zu kündigen und ein BBQ (Berufseinstiegsqualifizierungsjahr), FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr), Praktika zu machen oder Jobben zu gehen, bis ich eine andere Stelle bekomme. Und: Man riet mir, mich an die zuständige Kammer zu wenden, um meine Situation im Betrieb zu erläutern.

Kurz und gut: Dieser Schritt hatte Klarheit in das Durcheinander gebracht, das in meinem Kopf herrschte. Ich kündigte und bin dahingehend sogar über mich hinaus gewachsen, als dass ich mich getraut habe, meine Sicht der Dinge meinem damaligen Chef gegenüber zu schildern. Im Nachhinein eine sehr positive Erfahrung.

Die Kündigung wirkte wie ein Befreiungsschlag. Am selben Tag gab ich meine Bewerbung für ein Jahrespraktikum (BBQ) bei der IHK Nordschwarzwald ab. Gleichzeitig hatte ich mit dem Schulleiter, der für das BK II sowie für die Berufsschule zuständig war (und noch immer ist), gesprochen. Er sagte mir zu, dass ich das BK II besuchen könnte und gestattete mir zudem weitere drei Wochen die Berufsschule zu besuchen. In dieser Zeit wartete ich das Ergebnis meiner Bewerbung bei der IHK Nordschwarzwald ab. Ich hatte alles auf diese eine „Karte“ gesetzt. Nach meinem Bewerbungsgespräch, das ich als sehr angenehm empfand, bekam ich einige Stunden später die Zusage:-) Die Freude war mir ins Gesicht geschrieben!!! Nun würde alles gut werden. Da war ich mir sicher

Inzwischen bin ich seit November 2011 bei der Kammer und habe noch keinen Augenblick bereut, mich für diesen Schritt entschieden zu haben. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, an sich zu glauben und sich auch mal was zu trauen.

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